Verschiedenstes (v.a. Erfahrungsberichte von Produkten mit Mängeln)
5.02.2007 - ALDI Luxeon-LED-Taschenlampe
Letztes Update 05.02.2007 (V 1.0)
ALDI Luxeon-LED-Taschenlampe
Mein heutiges Testobjekt ist die
LED-Taschenlampe, die es am 4. Dezember 2006 bei ALDI-Süd für 12,99 € zu kaufen
gab.
Die Lampe scheint im Großen und
Ganzen ganz gut gelungen zu sein. Ein paar kleine Mängel hat sie zwar, zu denen
ich noch kommen werde, aber das Preisleistungsverhältnis ist denke ich sehr
gut.
Es gab 2 Versionen eine mit
gummiertem Tragegriff und Farbfiltern und eine, die aus Vollaluminium bestand.
Ich besitze nun letztere. Bei Aldi ist noch die Produktbeschreibung auf der
Webseite hier
online.
Es ist die obere auf dem Bild,
die ich besitze. Im Forum von www.energie-bewusstsein.de findet sich ein
Testbericht zu einer älteren Lampe, die der unteren auf dem Bild mit dem
gummierten Griff entsprechen müsste. Den Testbericht gibt es hier.
Es ist von einem einfachen
Widerstand die Rede und die gemessene Stromaufnahme beträgt 250 mA. Bei 4 Volt
wäre das genau 1 Watt, bei Akkus soll die Stromaufnahme nur noch 100 mA
betragen.
Bei meiner Lampe konnte ich
keinen simplen Widerstand mehr feststellen, sondern ein IC erkennen. Dieses IC
ist vermutlich für die Blinkfunktion verantwortlich. Der Schalter ist nämlich
vollelektronisch, d.h. ist die Lampe in Betrieb und entfernt man die Batterien
bzw. Akkus und legt sie wieder ein, ist die Lampe aus und man muss sie erst wieder
einschalten. Einmal Drücken macht die Lampe an, ein zweites mal Drücken bringt
sie zum Blinken, mit einem dritten Druck, geht sie erst aus. Ich finde das sehr
gewöhnungsbedürftig und auch nervig, vor allem bedeutet das einen doppelt so
schnellen Schalterverschleiß. War die Lampe ausgeschaltet, war keine
Stromaufnahme messbar, d.h. sie ist sehr gering, sodass sich die Lampe nicht
nennenswert durch bloßes Herumstehen entlädt.
Vermutlich ist diese
elektronische Kontrolle der LED auch dafür verantwortlich, dass die Lampe bei
einem Schlag auf die Hinterseite ausgeht. Ich vermute, dass das Batteriefach
kurz den Kontakt verliert, die Spannung zusammenbricht und sie dann deswegen auf
„aus“ ist. Die Lampe ist zwar durch das Aluminiumgehäuse sehr stabil und sollte
einen Sturz aus nicht allzu großer Höhe unbeschadet überstehen, sofern sie
nicht auf die Plastikscheibe fällt, jedoch könnte sie dabei ausgehen. Dies ist
dann in der Nacht dumm ist, weil man sie schlecht finden kann, wenn sie dann unbeleuchtet
ist. Je nach Auftreffwinkel geht sie schon aus 10 Zentimetern bei einem Fall
auf einen Teppichboden aus.
Das Akkufach hängt manchmal auch
ein bisschen fest, sodass man den länglichen Lampenteil auf beiden Seiten
aufschrauben muss, um von einer Seite zu drücken, damit das Batteriefach
herauskommt. Ob es klemmt oder nicht, hängt von den verwendeten Akkus oder
Batterien ab, wie dick diese sind, denn auch hier gibt es Fertigungstoleranzen.
Die Lampe liegt angenehm in der
Hand. Den versprochenen Schutz vor Spritzwasser traue ich der Lampe ohne Weiteres
zu, denn an den Schraubverschlüssen sind überall schwarze Gummidichtungen
angebracht.
Die Lampe ist sehr hell, hat ein
klares, weißes Licht und die versprochene Reichweite von 35 Metern schafft sie
auch, sogar mit Akkus, die bekanntlich etwas weniger Spannung haben.
Die Taschenlampe besitzt
vermutlich keinen Schutz vor Tiefentladung, denn sie leuchtete sogar noch mit
2,54 Volt. Mit abnehmender Spannung leuchtet sie zwar immer dunkler, aber geht
nicht komplett aus. Da sie ein IC besitzt, wäre es perfekt gewesen, wenn sie
bei Unterscheiten einer bestimmten Spannung abschaltet (um Tiefentladung oder
gar ein Umpolen von Akkus zu verhindern), man sie aber durch einen Druck von
ca. 3 Sekunden auf den Schalter wieder reaktivieren kann, was im Notfall dann
sinnvoll ist.
Die Lampe ist zwar sehr kompakt,
allerdings hätte ich mir sie etwas größer gewünscht, denn sie wird mit 3 AAA
Zellen bestückt. AA Akkus wären viel wünschenswerter gewesen, da die eine
wesentlich längere Leuchtdauer ermöglichen würden.
Zwar steht auf der Verpackung,
dass es eine 1-Watt-Luxeon-LED ist, aber die tatsächliche Leistungsaufnahme
beträgt leider mehr als das Doppelte. Geht man von einer Spannung von 4 Volt
aus, müsste der Strom 250 mA für 1 Watt Leistung betragen. Ich habe nun mal mit
vollen Akkus nachgemessen. Bei vollen Batterien ist die Leistungsaufnahme sogar
noch größer, da diese eine höhere Spannung besitzen.
Unbelastet hatten die Akkus 4,10
Volt geliefert. Wurde die Lampe in Betrieb genommen, sank die Spannung auf 3,42
Volt bei einem Strom von 660 mA. Die Leistung ist bekanntlich Strom mal
Spannung (für Gleichspannung), P = U * I, P = 3,42 V * 0,66 A = 2,26 Watt. Ich
finde das sehr schade, dass sie wesentlich mehr Saft braucht als auf der
Verpackung angegeben, denn dadurch halten Akkus und Batterien weniger als halb
so lang.
Ich habe noch ein paar weitere
Messungen durchgeführt. Bei den mitgelieferten Duracell Batterien betrug der
Strom sogar 850 mA bei 3,45 Volt, was dann sogar 2,9 Watt entspricht, also rund
das 3fache der Leistung, die auf der Verpackung steht.
Um zu sehen, wie sich die
Taschenlampe mit schwächeren Akkus verhält, habe ich ein Potentiometer davor
geklemmt, den Widerstand verändert und dann Spannung und Strom gemessen:
3,07 V 210 mA
2,98 V 130 mA
2,92 V 90 mA
2,89 V 90 mA
2,86 V 60 mA
Wie man erkennen kann, sinkt der
Strom sehr schnell mit fallender Spannung. Die gemessenen 850 mA bei den
Batterien, lassen mich nicht von einer intelligenten Regelung ausgehen, welche
den Strom optimal an die LED und die Batteriespannung anpasst, denn diese würde
bei höherer Spannung den Stromfluss reduzieren.
Lässt man die Lampe mit Akkus
eingeschaltet herumstehen, erwärmt sie sich stark. Man kann sie noch anfassen
und als Handwärmer benutzen, ich schätze die Temperatur so auf 40 °C. Schraubt
man die vorderste Abdeckung herunter, sodass man die LED sieht, riecht es dann
dort auch verbrannt heraus. Die ist kein Einzelfall, bei einem zweiten
Exemplar, trat ebenfalls diese starke Erwärmung und der Schmorgeruch auf. Die
Lampe scheint dies jedoch ohne Folgen zu überstehen.
Ich finde es nur schade, dass sie
soviel Strom konsumiert, die LED-Lampe, die im Energiebewusstsein-Forum
getestet wurde, kam auf ihre 250 mA bzw. 1 Watt und nicht mehr als 2 Watt wie
diese. Allerdings kommt es darauf an, wie man misst. Ich musste mit der 10
Ampere Leitung meines Multimeters messen, denn bei der 300 mA Einstellung ist
zuviel Spannung im Multimeter abgefallen, sodass der Strom nur 270 mA betrug.
Sollte „andreasm“ nicht bemerkt haben, dass im Multimeter zuviel Spannung
abfällt, kann es leicht passieren, dass die Werte verfälscht sind, denn jede
Messung beeinflusst den Stromfluss.
Um Vergleiche anstellen zu
können, müsste man den Stromfluss bei anderen Luxeon LED Lampen ebenfalls
messen. Allerdings scheint es möglich zu sein so eine Luxeon 1 Watt LED
wesentlich effizienter bzw. geregelt anzusteuern. Im „LED Forum“ gibt es hier
einen Beitrag in dem das Forenmitglied „Kurzschluß“ so eine 1 Watt LED mit
Hilfe einer Schaltung, die einen Wirkungsgrad von bis zu 90 % erreicht,
betreibt. Bei 2 Volt fließen dann 600 mA, was genau 1,2 Watt entspricht. Die
verwendete Schaltung besitzt zusätzlich einen Tiefentladeschutz, der die
Leistung dann auf 20 % drosselt. Alles in Allem eine super Angelegenheit.
Noch ein paar interessante
Bemerkungen. Wie ich diesem Dokument
entnehmen konnte, sollte die LED bei 3,42 Volt mit 350 mA betrieben werden, das
entspricht dann schon mal 1,20 Watt, statt den angegebenen 1 Watt (1,20 Watt
sind gerundet 1 Watt).
Es gibt aus meiner Sicht 2
Erklärungen, warum die Lampe soviel mehr Leistung aufnimmt. Entweder die Lampe
wird gnadenlos mit zuviel Strom betrieben, was durchaus möglich ist, allerdings
dazu führt, dass die Helligkeit mit der Zeit rapide abnimmt. Möglichkeit 2 ist,
dass die Lampe mit Wechselstrom betrieben wird und dieser Konverter einen
miesen Wirkungsgrad hat und dieser die ganze Energie verheizt. Allerdings
sprechen meine Messungen gegen diesen Konverter, wie bei der rapiden
Stromabnahme mit der Spannung bereits festgestellt. Auch dieser Schmorgeruch
spricht dafür, dass die LED überlastet wird.
Anfangs als ich begonnen hatte
diesen Test zu schreiben, war ich noch von dieser Lampe begeistert für den
Preis und das Licht das sie liefert. Jetzt allerdings musste ich feststellen,
dass die Stromaufnahme viel zu hoch ist und es Schaltungen gibt, die das
wesentlich besser machen. Einen so starken Messfehler schließe ich aus, denn
mit Akkus, welche gemessene 600 mAh hatten, brannte die Lampe ca. eine Stunde,
somit kommt der gemessene Strom schon hin. Jetzt würde ich mir 2 mal überlegen,
ob ich mir diese Lampe noch mal kaufen soll. Aufgrund des verschwenderischen
Umgangs mit der Elektrizität, empfehle ich für die Lampe Akkus zu verwendet und
um die Akkus nicht zu beschädigen sie rechtzeitig zu wechseln, sobald man
feststellt, dass die Lampe deutlich dunkler brennt.
Wie immer, zum Abschluss ein paar
Bilder um einen besseren Eindruck von dem Produkt zu bekommen.
Verpackungsvorderseite, mit Lampe
und Tragetasche. Die mitgelieferte Tragetasche kann zwar ganz nützlich sein,
jedoch halten sich die Abmessungen der Lampe mit ca. 13,5 cm Länge und 2,5 bis
3 cm Durchmesser so in Grenzen, dass man die Lampe problemlos in eine
Hosentasche stecken kann. Hier kann man wirklich von Taschenlampe sprechen, im Gegensatz zur LIDL
Dynamo-LED-Taschenlampe.
Verpackungsrückseite mit der
Lampe in der Tasche:
Die Lampe in Einzelteilen.
Blick auf die Luxeon-LED. Hier
riecht es dann auch verbrannt/verschmort oder wie man das auch immer nennen
möchte. Ist die Lampe kalt, ist nichts mehr zu riechen.
Nochmal die Lampe in
Einzelteilen. Erkennbar ist der Dichtungsgummi an manchen Teilen.
Hallo, ich habe mir im Dezember 2006 eine ergattert. Meine ist nun seit November 2009 nicht mehr zu benutzen, da das Innenleben die Batterieaufnahme kaputt ist (schlechte verarbeitung)... Weiss jemand, wo man ersatzteile bekommen könnte?